Kleine Macken des Partners gelassen nehmen
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Kleine Macken des Partners gelassen nehmenIn jeder Partnerschaft prallen Menschen mit Macken aufeinander. Sich aufregen, bringt aber nur Stress. Lieber sollte man sich auf die positiven Seiten des anderen konzentrieren - und seine Spleens mit Humor nehmen.
Das Leben in einer Partnerschaft ist schön. Man kann den liebsten Menschen schon beim Aufwachen knuddeln, mit ihm frühstücken, jede Menge Freizeit verbringen und viel Schönes erleben. Schon eine tolle Sache - wenn da nur nicht diese kleinen Macken wären, die sich der Partner auch nach dem x-ten Rüffel nicht abgewöhnt: Herumliegende Klamotten oder überquellende Mülleimer sind immer wieder Anlass für Stress in der Beziehung. Jeder «Vorfall» für sich ist eigentlich nicht der Rede wert, erst recht nicht einen Beziehungsstreit. Wiederholt er sich aber oder kommen einige solcher Nachlässigkeiten zusammen, kann es ganz schön nerven. «In allen sozialen Gemeinschaften gibt es Regeln, an die man sich halten muss», sagt Angela Wagner, Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP). «Krach gibt es immer dann, wenn einer sich nicht daran hält.» In Liebesbeziehungen empfinde der Partner einen solchen Regelverstoß als «große Kränkung», da er ihn als «Angriff auf seine Person» wahrnimmt, erläutert Wagner. Dabei habe der «Täter» gar keine böse Absicht gehabt. Vielleicht hat er es einfach nur vergessen, den Müll runterzubringen. «Das hat mit seinem So-Sein zu tun», sagt Wagner - nicht aber mit dem Partner, der den Regelverstoß auf sich bezieht. Laut Paartherapeut Rudolf Stroß in Bergisch Gladbach kann in einer Beziehung im Grunde alles zum Ärgernis werden. «Der Partner ist eine schier unerschöpfliche Quelle an Macken», erzählt er aus seiner Berufspraxis. Und in vielen Beziehungen würden diese Macken erst nach vielen Jahren entdeckt, wenn die Beziehung etwas abgekühlt und in Routine verfallen ist. Alfred Fuhr vom Berufsverband der Deutschen Soziologen (BDS) macht außerdem gesellschaftliche Entwicklungen dafür aus, dass Lappalien zu Beziehungskrisen eskalieren: «Wir haben nicht mehr die Bereitschaft, uns intensiv miteinander zu beschäftigen.» Wenn aus nichtigem Anlass Streit eskaliert, sei das auch ein Barometer für den Zustand der Beziehung, sagt Fuhr. Kommt es zum Knall, sei die ständig offene Zahnpastatube vielleicht der Anlass für den letzten Streit, ganz sicher aber nicht der wahre Grund für das Scheitern der Beziehung. Beide Partner sollten überlegen, ob der andere einem so viel wert ist, dass man bereit ist, an sich zu arbeiten. Angela Wagner empfiehlt, Macken des Partners mit Liebe und Humor zu nehmen. «Man muss sich klarmachen, dass die Macken mit dem Partner zu tun haben - nicht mit einem selbst. Man muss lernen, jemanden so zu nehmen, wie er ist.» Auch Paartherapeut Rudolf Stroß rät zu Gelassenheit und Humor - und dazu, mehr auf die positiven Dinge zu achten: «Man sollte sich überlegen: Was finde ich an dem Menschen eigentlich gut? Es ist wichtig, dass nicht die Schwächen des Partners im Mittelpunkt stehen», betont Stroß. Im Idealfall bewegen sich beide Partner aufeinander zu: Der auf Nachlässigkeiten empfindlich Reagierende versucht, die Macken des anderen gelassener zu nehmen. Und der Nachlässige überdenkt seine Marotten und versucht, sich zu bessern. dpa
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