Eselsbrücken und Mindmaps: Lerntechniken fürs Studium
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Eselsbrücken und Mindmaps: Lerntechniken fürs StudiumGeschichtsdaten, Paragrafen oder anatomische Details - was Studenten vor Prüfungen lernen müssen, passt auf keine Kuhhaut. Vielen schwirrt schnell der Kopf beim Versuch, sich das Wissen einzuprägen. Mit der richtigen Lerntechnik passiert das nicht.
Komplizierte Lerninhalte lassen sich mit bestimmten Methoden leichter verinnerlichen. Kleiner Haken an der Sache: Sie lassen sich nicht auf die Schnelle anwenden. Die stets beste Lernmethode ist noch nicht erfunden worden. Welche Technik funktioniert, hänge immer davon ab, was gelernt werden muss, erläutert Prof. Joachim Wirth vom Lehrstuhl für Lehr-Lernforschung an der Universität Bochum. Eselsbrücken etwa eigneten sich eher für stupides Auswendiglernen. «So kann man Fremdwörter, Muskelnamen oder auch Zahlen leichter lernen», erläutert Prof. Martin Schuster, Lernexperte und Buchautor von der Universität Köln. «Sinngemäßes Lernen von Inhalten und Texten kann man damit nicht erreichen.» Ähnliches gilt für die «Loci-Technik», bei der Begriffe in Gedanken zum Beispiel mit Stationen eines Spaziergangs verknüpft werden. Sie erlaube es, Wort- oder Ziffernlisten zu lernen - etwa Aufzählungen oder Gliederungen. Diese Methode verwendeten auch Gedächtniskünstler. «Das erfordert aber ein wenig Übung, und meist hat man vor der Prüfung wenig Lust, sich auf solche Lernexperimente einzulassen», meint Schuster. Ohnehin sei reines Auswendiglernen im Studium eher selten gefragt, sagt Joachim Wirth. «Besser ist es immer, wenn man die Inhalte versteht.» Lerninhalte zu verbildlichen, sei dafür eine gute Hilfe. Wird Gehörtes oder Gelesenes grafisch zu Papier gebracht, entstehe eine Verknüpfung mit dem Vorwissen. Inhalte durch Strichmännchen oder Symbole auszudrücken, kann dabei schon reichen. Auch Concept- oder Mindmaps bieten sich an. «Man nutzt dann räumliche Konstruktionen, um inhaltlich etwas auszudrücken», erklärt Wirth. In Mindmaps etwa werden Begriffe assoziativ in einer Art Baumdiagramm verbunden. Das diene dazu, «die sukzessive, verbale Struktur eines Textes in ein bildhaftes 'Landkartenformat' umzusetzen, das leichter lernbar ist», erklärt Schuster. Man könne einen Text auch in der Rolle eines Journalisten, Kritikers oder bewertenden Professors lesen, schlägt Schuster eine Methode vor, bei der verschiedene Sichtweisen beim Lesen helfen. «So analysiert man die Inhalte und merkt sie sich dabei automatisch.» Sinnvoll ist auch das Schreiben von Zusammenfassungen. «Es ist wichtig, mit eigenen Worten zu formulieren», sagt Wirth. Und das gegenseitige Abfragen hat noch nicht ausgedient: «Die wichtigste Lernverhaltensweise ist es, den Stoff aufzunehmen und dann später aus dem Kopf wiederzugeben», sagt Schuster. Denn es müssten nicht nur der Stoff, sondern auch die «Abrufwege» gelernt werden. «Wenn man nur wenig Zeit hat, ist das Lesen und dann das spätere Selbstprüfen die Lernmethode der Wahl.» Literatur: Schuster, Martin/Dumpert, Hans-Dieter: Besser Lernen, Springer, 242 S., 19,95 Euro, ISBN-13: 978-3540293774. Mehr Lernstress im BachelorDurch die Umstellung auf Bachelorstudiengänge haben offensichtlich immer mehr Studierende mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen. «Wir haben extrem steigende Beratungszahlen bundesweit», sagt Marijke Lass vom Deutschen Studentenwerk in Berlin. Aufgrund der dichteren Lehrpläne habe der Zeitdruck zugenommen - und damit seien auch Lernstress und Prüfungsängste gewachsen. Um dem entgegenzuwirken, müssen Studenten auch lernen, ihr Lernen besser zu organisieren. dpa
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