Hacker im Visier: Im Datenschutz gibt es viele Berufe
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Hacker im Visier: Im Datenschutz gibt es viele BerufeDer Textildiscounter KiK hat Vermögensverhältnisse von Mitarbeitern überprüft, Lidl und Daimler waren wegen gespeicherter Krankendaten in die Schlagzeilen geraten. Im Datenschutz gibt es noch viel zu tun. Das beschert Fachleuten gute Jobaussichten.
Datenschutz spielt heute überall im Alltag eine Rolle: beim Arzt, bei der Arbeit und beim privaten Surfen im Internet. Und durch die Skandale der vergangenen Zeit hat das Thema zusätzlich an Bedeutung in der Öffentlichkeit gewonnen. Nicht nur staatliche Stellen kümmern sich um einen verbesserten Schutz privater Daten. Auch in der Privatwirtschaft gibt es großen Bedarf an Fachleuten für diesen Bereich. Dabei werden keineswegs nur IT-Spezialisten gesucht. Wer sich für einen Beruf in dem Bereich interessiert, denkt natürlich als Erstes an die Arbeit des Datenschutzbeauftragten. Eine konkrete Ausbildung gibt es dafür nicht, denn der Beruf ist nicht geschützt. Meist wird man Datenschutzbeauftragter, indem man nach einer Ausbildung eine entsprechende Zusatzqualifikation erwirbt. «Viele Datenschutzbeauftragte werden von den Unternehmen einfach ins kalte Wasser geworfen und müssen sich die Fähigkeiten anlernen», erklärt Günther Ennen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn. «Wer aber Erfahrung im Bereich IT-Sicherheit hat, für den ist es ein Leichtes, sich im Rahmen des Datenschutzes zu bewegen.» Neben technischen Kenntnissen ist aber auch juristischer Sachverstand gefragt. Datenschutzbeauftragte müssen die aktuellen Gerichtsentscheidungen kennen und sie richtig bewerten können. Sie müssen sich außerdem in der Verwaltung auskennen und mit den dort gültigen Vorschriften umgehen können. Denn oftmals gibt es eine politische Vorgabe, die technisch umgesetzt wird und die der Datenschutzbeauftragte später bewerten muss, erklärt Ennen. Und so gilt: Meist hilft ein Studium in den Fächern Jura, Informatik oder Elektrotechnik, um Datenschutzbeauftragter zu werden. «Der Jurist muss sich eben noch den technischen Sachverstand beibringen. Der Techniker muss den juristischen Hintergrund lernen», erklärt Marco Biewald vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands in Berlin. Fachleute finden Jobs in Unternehmen, die mehr als zehn Mitarbeiter in der Datenverarbeitung haben. Es gibt auch Datenschutzbeauftragte in der Verwaltung, und an der Spitze steht der Bundesdatenschutzbeauftragte. Auch als IT-Spezialist hat man mit dem Datenschutz zu tun. Sicherheitsbeauftragte in dem Bereich zeigen auf, was bei der elektronischen Übermittlung von Daten alles passieren kann. Sie überlegen sich zum Beispiel, wie sich bei einer elektronischen Wahl sicherstellen lässt, dass niemand die Daten abgreift, erklärt Ennen. Sie klären daher ab, ob die Daten nur verschlüsselt oder nur auf einem externen Server aufbewahrt werden dürfen. Das ist meist ein Job für Informatiker oder Elektrotechniker. «Sie müssen kreativ und visionär sein und sich in der Anwendung von technischen Neuerungen auskennen», sagt Ennen. Wollen Azubis später in diesem Bereich arbeiten, sollten sie in der Lehre darauf drängen, etwa im Rechenzentrum des Unternehmens eingesetzt zu werden, empfiehlt Stephan Pfisterer vom Hightech-Verband BITKOM in Berlin. Eine gute Vorbereitung ist auch die Arbeit in einer Abteilung oder einer Firma für IT-Sicherheit. Bevor Daten aber überhaupt übermittelt oder gespeichert werden können, müssen Software-Entwickler ein entsprechendes Programm entwerfen. Auch sie müssen dabei den Datenschutz im Blick haben. Sie müssen den Zugriff auf sensible Daten in ihrem Programm so gestalten, dass nicht alle Nutzer die Daten abrufen können. In diesen Beruf führt zum einen ein Informatikstudium. Aber auch mit einer Ausbildung als Fachinformatiker mit dem Schwerpunkt Anwendungsentwicklung kann man später Software entwickeln. Daneben können sich auch Juristen auf das Fachgebiet Datenschutz spezialisieren. «Es gibt zwar keine fachanwaltliche Bezeichnung, jeder Jurist kann aber Spezialist im Datenschutz werden», erläutert Biewald. Dazu sollten angehende Juristen im Studium einen Schwerpunkt auf das Thema legen und entsprechende Seminare besuchen. Fraud-Analysten spüren Datendiebe aufMit dem Datenschutz haben auch Fraud-Analysten zu tun. Sie decken Betrugs- und Täuschungsdelikte auf, wie die Agentur für Arbeit in Nürnberg erläutert. Zugleich entwickeln sie Gegenstrategien, um solche Delikte zu verhindern. Fraud-Analysten arbeiten vor allem bei Fernmeldediensten und Internetprovidern. Um zu lernen, wie man Datendieben auf die Schliche kommt, bietet sich neben einem Studium im Informatikbereich auch das Fach Mathematik an. dpa
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