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Zehn typische Fehler in Gehaltsverhandlungen
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Zehn typische Fehler in Gehaltsverhandlungen

«Chef, ich will mehr Geld!» Das dürfte wohl jeder Angestellte schon einmal gedacht haben. Wer den Vorgesetzten aber im falschen Moment auf dieses Thema anspricht, kann sich die Lohnerhöhung gleich abschminken.

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In Gehaltsverhandlungen lauern viele Fettnäpfchen. Wer in sie hineintappt, geht nicht nur leer aus bei der nächsten Lohnerhöhung. Schlimmstenfalls kostet einen die falsche Taktik sogar einiges. Denn in solchen Gesprächen gibt es etliche Möglichkeiten, um sich zu blamieren und seine Karriere zu verbauen. Zehn Sätze, mit denen Arbeitnehmer beim Chef garantiert abblitzen:

1. «Ich mache doch immer gute Arbeit!» So eine allgemeine Aussage haut keinen Chef vom Hocker. Man sollte präzise nachweisen können, was man für das Unternehmen getan hat, rät Heike Friedrichsen von der Firma Personalmarkt Services in Hamburg, die Beschäftigte zum Thema Gehalt berät. Gleichzeitig sollten Mitarbeiter den Blick in die Zukunft richten, rät der Karrierecoach Jürgen Hesse aus Berlin. «Dem Chef fällt das Zahlen viel leichter, wenn er damit die Hoffnung verbindet, dass er eine besonders gute Arbeit geliefert bekommt.»

2. «Chef, ich habe schon ewig keine Gehaltserhöhung mehr bekommen!» Das sei keine gute Begründung, sagt Jochen Mai, Karriereberater aus Kerpen. «Nur weil Sie seit drei Jahren den gleichen Lohn erhalten, muss der nicht automatisch zu niedrig sein.»

3. «Wie soll ich denn bei dem Gehalt gute Arbeit abliefern?» Wer seinem Chef klarmacht, dass er nur mit «Schmerzensgeld» zu motivieren ist, offenbart keine gute Arbeitsmoral, warnt Mai.

4. «Also zehn Prozent mehr Gehalt wären schon toll. Aber mit drei Prozent wäre ich auch zufrieden.» Wer gleich die Karten offen auf den Tisch legt, hat schon verloren, meint Friedrichsen. «Spielen Sie die Trümpfe nach und nach aus.»

5. «An 2000 Euro mehr im Monat hatte ich schon gedacht!» Mit einer völlig überzogenen Forderung einzusteigen, kann alles kaputtmachen, warnt Friedrichsen. «Man muss realistisch einschätzen können, wie viel die eigene Leistung wert ist.»

6. «Ein ganz kleines bisschen mehr würde mir ja schon völlig reichen.» Zu bescheiden dürfen Mitarbeiter nicht auftreten, meint Mai. Vor allem Frauen machten diesen Fehler häufig. «Wer wenig verlangt, kommt schnell in Verdacht, auch wenig wert zu sein.»

7. «Aber Chef: Die Miete steigt, die Nebenkosten gehen hoch, und meine Tochter braucht eine Zahnspange!» Jammern und rührselige Geschichten aufzutischen, bringt gar nichts, sagt Mai. «Ihr Arbeitgeber ist nicht die Wohlfahrt.»

8. «Frau Müller bekommt aber viel mehr als ich!» Solche Vergleiche können nach hinten losgehen - denn vielleicht ist Kollegin Müller auch schneller, besser und erfolgreicher, erklärt Mai. «Ihr Hauptargument sollte immer der Mehrwert sein, den Sie leisten.» Und noch etwas sollte man bedenken: «Wenn sich das rumspricht, dann macht man sich mit solchen Aussagen keine Freunde im Büro», mahnt Hesse.

9. «Wenn Sie mir nicht mehr bezahlen, dann kündige ich halt!» Bloß nicht drohen, warnt Mai. «Wer dem Chef die Pistole auf die Brust setzt, muss damit rechnen, dass der Schuss nach hinten losgeht. Kein Chef wird sich so erpressen lassen, weil das ein falsches Signal für sämtliche Verhandlungen danach wäre.»

10. «Ich sage lieber mal gar nichts. Der Chef wird schon merken, dass ich eine Gehaltserhöhung verdient habe.» Ein Trugschluss, betont Hesse. Ein bisschen Selbstmarketing muss einfach sein.

Karrierebibel von Jochen Mai

Gehalts- und Zeugnisanalyse im Web

Karrieretipps von Jürgen Hesse

Auf das Timing kommt es an

Angesichts des Wirtschaftsaufschwungs ist derzeit durchaus ein guter Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen. «Jetzt geht wieder was», meint Heike Friedrichsen. «Aber nur die anziehende Konjunktur als Argument für mehr Gehalt zu nehmen, ist ein bisschen wenig. Die persönliche Leistung muss auch in wirtschaftlich guten Zeiten im Vordergrund stehen.» dpa


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